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Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock einen „fairen, frischen, vielleicht manchmal auch fröhlichen“ Wahlkampf zugesagt. Er kenne Baerbock schon lange, sagte Laschet in einem kurzen Auftritt vor der Presse am Montagmittag. Allerdings ist nach wie vor offen, ob Laschet überhaupt Kanzlerkandidat der Union wird. Er ringt noch immer mit CSU-Chef Markus Söder um diese Position, während die Grünen Baerbock am Montagvormittag offiziell als erste Kanzlerkandidatin der Partei vorstellten.
In Bayern brachte sich Landtagspräsidentin Ilse Aginer (CSU) für die Nachfolge von Markus Söder im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten ins Spiel, sollte Söder nach Berlin wechseln. In diesem Zuge attestierte sie den Grünen eine „perfekte Inszenierung“. „Ich bin gespannt, inwieweit sie die Show aufrechterhalten können“, sagte Aigner. Die mangelnde Regierungserfahrung könne für Baerbock zum Makel werden.
„Klarer Gegenentwurf“
Baerbock selbst sprach am Montag von einer „Schlammschlacht der Union“. Ihr bereite es große Sorge, dass das Vertrauen in die Demokratie insgesamt schwinde. Vertrauen sei „eine wichtige Währung“, sagte Baerbock. Schon der Skandal um Vorteilsnahme von Unions-Politikern bei der Beschaffung von Schutzmasken gegen das Coronavirus habe Vertrauen beschädigt. Die Grünen wollten da „einiges anders machen“. Sie wünsche „Herrn Laschet und Herrn Söder, dass sie da zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen“. Der frühere Grünen-Vorsitzende Jürgen Trittin nannte Baerbock in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ einen „klaren Gegenentwurf zu dem, was auch immer aus der Union kommen wird“.
Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans versprachen den Grünen nach deren Entscheidung für Baerbock einen „fairen Wettbewerb“. „Die SPD beglückwünscht die Grünen dazu, dass ihnen – wie zuvor schon der SPD – eine einvernehmliche Entscheidung in dieser Personalfrage gelungen ist“, sagten Esken und Walter-Borjans den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz twitterte: „Ich freue mich auf einen spannenden und fairen Wettstreit um das beste Konzept für die Zukunft unseres Landes.“
Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland griff Baerbock derweil scharf an. „Für Deutschland wäre eine Bundesregierung unter Führung der Grünen eine Katastrophe und würde unserem Land noch mehr staatlichen Zwang und Unfreiheit bescheren und zu einer weiteren Zerstörung von Wohlstand, Innerer Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt führen“, teilte Gauland mit. Es sei „im Ergebnis egal, wer für die Grünen antritt. Denn das Programm, das diese Partei vorlegt, ist darauf ausgerichtet, Deutschland in allen Bereichen schwerste und irreparable Schäden zuzufügen.“ Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch sagte: „Baerbocks Harmonie-Soße verschleiert den Öko-Sozialismus des grünen Wahlprogramms.“
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner twitterte, er freue sich „auf den politischen Ideenaustausch im Wahlkampf“ mit Baerbock. „Jetzt fehlt nur noch die Union, damit es endlich um Inhalte geht: Nie gab es mehr zu tun.“
Der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch twitterte über Baerbocks Kandidatur: „Demokratie lebt vom Wechsel, und Veränderungen sind notwendig.“ Dazu gehöre, „dass Schluss sein muss mit gebrochenen Wahlversprechen“.
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